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Ausgleichsfläche umgebrochen

reinhard am 23.02.2018
Themen >> Pflanzen

Ausgleichsfläche

Foto Reinhard Hundrup

Ausgleichsfläche wurde am  Waldhügel widerrechtlich umgebrochen

Auf meinem Sparziergang am Donnerstag (12. Mai) bemerkte ich, dass eine Ausgleichsfläche  am Arnoldweg umgebrochen wurde. Diese Grünfläche befindet sich unterhalb des letzten Aussichtturms und wird westlich von einer Hecke begrenzt. Diese Fläche wird schon fast 20 Jahre extensiv bewirtschaftet und einmal im Jahr durch eine einschürige Mahd im Spätsommer gepflegt, so dass dort die heimischen Pflanzen ihren Samen ausbringen und ihren Fortbestand sichern können. Die Fläche dient auch vielen Tieren und Insekten zur Nahrungsaufnahme, Unterschlupf und Lebensraum.

Ich telefonierte umgehend mit dem Besitzer, der mir versicherte, dieses nicht veranlasst zu haben. Er wollte mit dem Pächter in Kontakt treten. Ich wiederum informierte die Untere Landschaftsbehörde (ULB) des Kreises Steinfurts.

Kurze Zeit später bekam ich einen Anruf von dem betreffenden Pächter, der mir sagte: "Auf der Fläche hat nur Dreck gestanden und deshalb habe ich sie umgebrochen und werde am Folgetag Gras einsähen".

Ich wiederum entgegnete: "Es handelt sich um eine Ausgleichfläche, die nur einmal im Spätsommer gemäht wird. Auf der Fläche darf das wachsen, was die Natur hervorbringt und nicht das, was der Landwirt duldet".

Des Weiteren informierte ich, dass ich bereits die Untere Landschaftsbehörde  verständigt hätte. Auch den Namen des Sachbearbeiters gab ich weiter.

Ich war sprachlos über die Null-Toleranz dieses Landwirts gegenüber einheimischen Pflanzen und die damit verbundene Tierwelt. Wichtig sind für ihn nur seine Nutzpflanzen. Alles andere ist für ihn nur Dreck und der Bürger kann nur froh sein, dass er diese "Unkräuter" beseitigt. Es wird einfach in Kauf genommen, dass unsere Landschaft ausgeräumt und unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt  gefährdet wird.

Das Gras, das er wahrscheinlich einsähen wollte, kenne ich schon von anderen Bereichen des Waldhügels. Es entsteht eine monotone Grünfläche, die keine blühenden Pflanzen und somit keine Nahrung für Insekten hervorbringt.

Diesem Landwirt ist natürlich auch der Samen von Wildpflanzen ein Dorn im Auge, denn auf den angrenzenden Flächen wird nur die Nutzpflanze gepflegt. Andere Keimlinge haben durch Aufbringen von Gift keine Chance. Ausgeräumte Landschaften sind die Folge!

Warum pachtet ein Landwirt eigentlich solche Flächen, könnte man sich fragen. Aber die Antwort ist einfach: Auch solche Flächen sind Gülle-Nachweisflächen, obwohl auf diesen Ausgleichsflächen keine Gülle aufgebracht werden darf. Sie sind dem Naturschutz vorbehalten! Nur die strikte Beachtung der Ausgleichsregelung sorgt dafür, dass die Landwirtschaft ihr Imageproblem aufbessert.

Reinhard Hundrup Vorsitzender Förderverein Waldhügel e. V.

Ausgleichsflächen: siehe Wikipedia

 

Zuletzt geändert am: 11.12.2018 um 15:27

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