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Frühlings-Schlüsselblume (Primula veris)

reinhard am 21.02.2018
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Frühlings-Schlüsselblume (Primula veris)

Früher war sowieso alles anders! Da gab es Schlüsselblumenwiesen, die sich im Frühling dottergelb färbten. Zu Tausenden reckten sich die „Himmelsschlüsselchen“, so wie sie im Volksmund auch genannt werden, empor, so dass man sich an diesen schönen Landschaftsbildern erfreuen konnte. Man kannte noch keine „Events“ und  Vergnügungsparks. Die Primelwiese in Neuenkirchen war z. B. das Ziel früherer Wanderungen. Denn hier gab es eine Wiese, die alles in den Schatten stellte. So bunt war das Blütenmeer. Der bekannte Naturforscher Prof. Brockhausen aus Rheine war um 1900 von dieser Art, die auch am Waldhügel vorkommt, angetan und schrieb: „Ja, der ganze Waldhügel prangt dann von den lieblichen goldigen Himmelsschlüsseln, die am üppigsten in mit Wachholder beschatteten Klippkuhlen gedeihen.“ Dann aber, wenn die Gräser sich recken und zu blühen beginnen, der Löwenzahn seine weißen Fruchtköpfe zeigt und der Ehrenpreis leuchtend blau blüht, bereitet der erste Junischnitt der ganzen Pracht ein Ende. Aber die Primel ist dann schon verblüht und hat ihre Samen entwickelt, so dass der Mähbalken sogar noch das Ausstreuen der Samen übernimmt. Und über die Blattrosette dieser Art geht der Mähbalken einfach hinweg. Sie hat auf der Wiese gut lachen. Wo aber sind die bunten Blumenwelten geblieben? Die Nutzung von Wiesen wurde eingestellt. Unrentabel! So erging es auch der Primelwiese in Neuenkirchen. Nach der Nutzungsaufgabe drangen von den Schlehenhecken Sprosse in die Wiese ein. Nach und nach war die ganze Wiese vom Schlehengebüsch überwuchert. Alles war mal anders!

Schlüsselblume

Foto Winfried Grenzheuser

Frühlings-Schlüsselblume (Primula veris): Die ersten Farbtupfer auf den Frühjahrswiesen

Zuletzt geändert am: 11.12.2018 um 14:41

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