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Gesucht: Ein Haus, das nie gebaut wird

manfred am 21.02.2018
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Gesucht: Ein Gebäude, das nie gebaut wird

Bundesweiter Wettbewerb für Architekturstudenten ausgeschrieben / Haus soll komplett recyclingfähig sein

Blaue Lagune

An der „Blauen Lagune“ auf dem Waldhügel planen Architekturstudenten ein Naturschutzzentrum. Foto: Rapreger

Reiner Wellmann

RHEINE. Neues vom Waldhügel: Er wird ein Naturschutzzentrum an der „Blauen Lagune“ bekommen. Allerdings – nur auf dem Papier! Die Bergische Universtität Wuppertal hat den ersten „Urban Mining Student Award“ für den Bereich Architektur ausgeschrieben. Hinter dem klobigen Titel verbirgt sich die Vorgabe, ein Bauwerk mit minimalem ökologischen Fußabdruck interdisziplinär zu entwickeln. Konkret: Die Emissionen für den Bau und Betrieb des Neubaus sollen genauso gering sein wie die Spuren, die das Gebäude am Ende seiner Nutzungsdauer hinterlässt. Gebaut werden darf auf dem Waldhügel natürlich nicht – die Entwürfe bleiben zum Schutz der Natur Utopie.

„Als wir darauf angesprochen wurden, haben wir ziemlich schnell zugestimmt“, sagt Reinhard Hundrup, Vorsitzender des Fördervereins Waldhügel, im Gespräch mit der MV. Vereinsmitglied Bernhard Busch, von Beruf Architekt, hatte dem Vorstand den Hinweis auf den Wettbewerb gegeben. Busch ist Mitglied der Geschäftsführung der Ibbenbürener AGN-Gruppe, die sich als Generalplaner schon lange mit dem Lebenszyklus von Gebäuden beschäftigt. AGN ist Mitinitiator und Sponsor des Urban-Mining-Awards. Ferner gehört er dem Preisgericht an.

Der Start war bereits am 1. Oktober vergangenen Jahres. Und Reinhard Hundrup hat schon eine ganze Reihe Anfragen von Teilnehmern beantwortet. „Die am weitesten entfernte kam aus Chile“, schmunzelt der rührige Vorsitzende des Waldhügelvereins. Die Bearbeitungszeit läuft noch bis zum 30. März. Das Preisgericht und die anschließende Präsentation der Ergebnisse werden im April 2018 an der Universität Wuppertal stattfinden. „Diese Ausstellung soll danach aber auf jeden Fall auch noch nach Rheine kommen“, sagt Hundrup.

Der erste Preis ist mit 2000 Euro dotiert, der zweite Preisträger erhält 1000 Euro. Über deutschlandweit reges Interesse freut sich Bernhard Busch: „Sieben Hochschulen haben sich bundesweit angemeldet“.

Die Aufgabenstellung für die Teilnehmer sieht vor, dass das Naturschutzzentrum vielfältig begehbar sein und Naturfreunde jeden Alters begeistern sollte. Der Standort eignet sich laut Ausschreibung durch die Naturnähe als umweltpädagogischer Lernstandort, in dem Seminare, Gruppenstunden und Diskussionsrunden stattfinden könnten. Ferner soll laut Ausschreibung ein Stützpunkt der Landschaftspflege für ehrenamtlich arbeitende Naturschutzorganisationen der Region entstehen.

Das Gebäude soll für einen beschränkten Zeitraum fiktiv genutzt werden. Der Verwendung recyclingfähiger Materialien und der Planung demontabler Konstruktionen kommt entsprechend hohe Bedeutung zu. Dieser Punkt wird bei den Bewertungskriterien ganz oben an stehen. Reinhard Hundrup hat seit der Ausschreibung eine Menge Arbeit. So wollen die Teilnehmer, die aus dem ganzen Bundesgebiet kommen, unglaubliche viele Details wissen. Etwa, wo sich der Uhu wieder angesiedelt hat, wie tief der See ist, ob es Karten mit den Kalktrockenrasenflächen gibt, welche Holzarten dort wachsen und so weiter.

Der Wettbewerb bringt für den Waldhügel und Rheine nur Vorteile, ist Hundrup überzeugt. „Wir leben auf Kosten nachfolgender Generationen. Es ist wichtig, wenn sich gerade junge Leute damit auseinandersetzen“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins. Die Wertigkeit von Naturschutzgebieten werde zunehmen. „Und für uns hat das auch den Vorteil, dass der Waldhügel bundesweit bekannt wird“, sagt Hundrup abschließend.

Urban Mining Student Award

10.01.2018 Quelle: MV Online

Zuletzt geändert am: 07.12.2018 um 22:39

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