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Nachtfalter - Idyllische Entdeckungstour zu später Stunde

manfred am 08.10.2019
Themen >> Schafe / Tiere

Förderverein Waldhügel lud zur Nachtfalter-Führung
Idyllische Entdeckungstour zu später Stunde

 

Dünner Gardinenstoff, mit Schwarzlicht und Lampen ausgeleuchtet, sollte die Schmetterlinge anlocken. Das klappte hervorragend.
-jv- RHEINE. Auf einer Entdeckungstour durch die Nacht begleitete der Landschaftsökologe Robert Boczki von der Universität Münster eine Gruppe interessierter Naturfreunde, um ihnen die bunte Artenvielfalt der heimischen Nacht-Schmetterlinge zu zeigen. Organisiert hatte er die Tour zusammen mit dem Förderverein Waldhügel.
Gemeinsam machte sich die Gruppe um 21 Uhr am vergangenen Samstag auf den Weg zum ehemaligen Kalksteinbruchgelände am Waldhügel. Denn: Aufgrund des basenhaltigen Bodens wachsen dort viele heimische und seltene Kräuter- und Gräser-Arten. Und genau dort fühlt sich auch eine große Vielfalt der Nachtfalter wohl, die oft streng an bestimmte Pflanzenarten gebunden sind und daher nur an wenigen Standorten zu finden sind.
An einem windgeschützten Ort baute der Landschaftsökologe sein professionelles Equipment auf, das die Nachtfalter auffängt und die Artenvielfalt sichtbar macht: Die Fangstation besteht aus einer Wand aus dünnem, durchsichtigen Gardinenstoff, die von hinten mit Schwarzlicht und Lampen ausgeleuchtet wird. Denn anders, als viele Menschen denken, werden Nachtfalter nicht etwa vom Licht angelockt, sondern vielmehr abgelenkt, erklärte Robert Boczki zum Erstaunen der Gruppe. Weiter erläuterte er: „Die Nachtfalter orientieren sich an den UV-Strahlen der Nacht.“
Das bedeutet wiederum, dass die Schmetterlinge die Orientierung verlieren und ihren Flugwinkel nicht weiter einhalten können, wenn sie von einer künstlichen Lichtquelle abgelenkt werden.
Nach dem Aufbau setzten sich die Teilnehmer und der Leiter der Gruppe zusammen und warteten gespannt auf den ersten Nachtfalter. Zum Glück ließ dieser nicht lange auf sich warten. Bereits nach einigen Minuten verirrte sich der erste Gelbspanner in der Fangwand.
Der frühe Fang sorgte sofort für noch größere Motivation auf weitere Falter-Sichtungen. Kurz darauf sorgte ein noch größerer Nachtfalter, der Nachtschwalbenschwanz, für Faszination. Die naturbegeisterte Gruppe trat begeistert sofort an die Nachtfalter heran und durfte sich die Prachtexemplare aus nächster Nähe anschauen.
Die Möglichkeit, die selten sichtbaren Nachtfalter einmal aus nächster Nähe zu beobachten, sorgte in Kombination mit der idyllischen Umgebung des Waldhügels für große Freude unter den Teilnehmern.
Sie waren sich einig: Die Entdeckungstour zu später Stunde hatte sich gelohnt.
„Die Nachtfalter orientieren sich an den UV-Strahlen der Nacht.“
Robert Boczki, Landschaftsökologe
Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 22.06.2019, © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG ,
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Zuletzt geändert am: 08.10.2019 um 15:24

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